MEĐIMURJE · CAMINO
Camino in Prelog brachte Međimurje und internationale Gäste zusammen: Gehen, Inklusion und die Botschaft, dass dieser Weg allen gehört
Am vergangenen Wochenende war Prelog weit mehr als nur ein weiterer Ort im Veranstaltungskalender von Međimurje. Die Stadt wurde zu einem Zentrum einer viel größeren Geschichte, einer Geschichte, die Spiritualität, Bewegung, regionale Identität, Tourismus und das menschliche Bedürfnis verbindet, dem beschleunigten Alltag zumindest für einen Moment zu entkommen. Am Freitag, dem 20. März, fand im Hotel Panorama die internationale Veranstaltung „Camino für alle“, also Camino B2B, statt. Das gesamte Programm diente als Auftakt für das Camino-Weekend in Međimurje, das vom 20. bis 22. März organisiert wurde. Damit eröffnete Prelog symbolisch und tatsächlich Tage, die dem Camino, dem Gehen und der Botschaft gewidmet waren, dass dieser Weg nicht nur erfahrenen Pilgern gehört, sondern allen, die sich aufmachen wollen.
Das Konzept der Veranstaltung unterschied sich von Anfang an deutlich von klassischen touristischen Präsentationen. Es ging nicht nur um Etappen, Termine und die Organisation des Gehens, sondern um die Idee, dass Camino jedem Menschen zugänglich sein kann – unabhängig von Alter, körperlicher Verfassung oder Einschränkungen. Deshalb standen Inklusion, Bewegung und die Veränderung des Lebens durch das Gehen im Mittelpunkt des Treffens in Prelog. Schon aus dem offiziellen Programm wurde deutlich, dass die Organisatoren eine ernsthafte Diskussion darüber eröffnen wollten, wie Camino zu einem Raum der Begegnung, der Unterstützung und der persönlichen Veränderung werden kann – und nicht bloß zu einem weiteren touristischen Angebot.
An der Eröffnung nahmen der Direktor des Tourismusverbandes der Gespanschaft Međimurje Rudi Grula, der Sekretär der Bruderschaft des heiligen Jakobus Vedran Pražen, der Bürgermeister von Prelog Ljubomir Kolarek und der Präfekt der Gespanschaft Međimurje Matija Posavec teil. Besonderes Gewicht erhielt das Treffen durch die Anwesenheit von S. E. José Ramón García Hernández, dem Botschafter des Königreichs Spanien in der Republik Kroatien, der in Prelog ebenfalls eine Rede hielt und damit die internationale Bedeutung der Veranstaltung sowie die symbolische Verbindung zum Ursprungsland des Camino zusätzlich unterstrich. An Programm und Gesprächen beteiligten sich außerdem Danijela Lončarić, Valentina Bifflin, Mirijam Jukić und weitere Vertreter des touristischen und pilgerbezogenen Sektors.
Gerade diese Verbindung aus regionaler Verankerung und internationaler Präsenz gab dem gesamten Treffen eine besondere Dimension. Einerseits ist Camino Međimurje tief mit dem Raum verbunden, durch den die Route führt – mit seinen Kirchen, Dörfern, Landschaften und Menschen. Andererseits gehört die Idee des Camino zu einer großen europäischen Pilgertradition, die seit Jahrhunderten verschiedene Völker und Kulturen miteinander verbindet. Deshalb waren die Anwesenheit und die Rede des spanischen Botschafters nicht bloß protokollarische Details, sondern eine starke Bestätigung dafür, dass sich die Geschichte, die in Međimurje aufgebaut wird, in einen größeren europäischen und jakobinischen Rahmen einfügt.
Worüber in Prelog gesprochen wurde
Die Botschaften, die bei dem Treffen zu hören waren, waren nicht nur feierlich oder symbolisch. Aus ihnen ließ sich klar herauslesen, dass Međimurje den Camino als Teil einer langfristigen Entwicklungsvision für die Region versteht. Matija Posavec betonte die Bedeutung eines nachhaltigen und inklusiven Tourismus und hob hervor, dass Međimurje gerade durch solche Projekte die Stärke einer kleinen, geordneten und inhaltsreichen Region zeigen könne, die reich an natürlichem, kulturellem und historischem Erbe ist. Diese Aussage ist wichtig, weil sie zeigt, dass Camino hier nicht als beiläufige Attraktion verstanden wird, sondern als Projekt mit identitätsstiftendem Wert, das helfen kann, die Region auf eine menschlichere und inhaltlich stärkere Weise zu präsentieren.
Rudi Grula unterstrich zusätzlich, dass Camino Međimurje nicht nur eine Route durch eine Landschaft ist, sondern eine Geschichte, die von Menschen und von einer Gemeinschaft getragen wird. In den Berichten über die Veranstaltung wurde besonders seine Botschaft hervorgehoben, dass die Schönheiten Međimurjes und seine Pilgerwege allen offenstehen und dass gerade die Inklusion dem gesamten Projekt einen besonderen Wert verleiht. Wenn ein solcher Satz an einem Ort wie Prelog ausgesprochen wird, dann geht er weit über touristische Werbung hinaus. Er wird zu einer Botschaft über einen Raum, der nicht geschlossen, sondern offen, gastfreundlich und zugänglich sein will.
Im Mittelpunkt stand auch die Bewegung als Werkzeug, das Leben verändern kann. Diskutiert wurde darüber, wie Gehen zu einer therapeutischen, spirituellen und sozialen Erfahrung werden kann, wie es die Lebensqualität beeinflusst und was es bedeutet, wenn eine lokale Gemeinschaft versucht, einen solchen Weg auch für jene zu öffnen, die sich sonst schwerer einbringen können. Damit sendete Prelog die Botschaft aus, dass Camino nicht nur ein Weg von Punkt A nach Punkt B ist, sondern eine Erfahrung, in der der Mensch seinen Rhythmus, einen Raum für Stille und die Möglichkeit findet, sich mit anderen und mit sich selbst zu verbinden.
Wer dabei war und warum ihre Geschichten wichtig sind
Einer der Gründe, warum das Treffen in Prelog mehr Gewicht hatte als gewöhnliche Konferenzen, liegt in den Menschen, die daran teilnahmen. Unter ihnen war Danijela Lončarić, Initiatorin des Projekts „Gehen wir für jene, die nicht gehen können“, das heuer erstmals in Međimurje stattfindet. Vorgestellt wurde auch die Fortsetzung dieses Projekts im Jahr 2026, womit die Verbindung zwischen der Camino-Idee und echter gesellschaftlicher Sensibilität zusätzlich unterstrichen wurde. Im Mittelpunkt standen nicht nur jene, die ohnehin alles können, sondern auch jene, für die jeder einzelne Schritt eine größere Herausforderung darstellt.
Mit dabei war auch Mirijam Jukić, eine Camino-Pilgerin, deren persönliche Geschichte besonders stark nachhallte, weil sie zeigt, dass weder Krankheit noch Hindernisse noch Zweifel zwangsläufig das Ende des Weges bedeuten müssen. Gerade solche Teilnehmer verleihen Veranstaltungen eine Authentizität, die mit Werbeslogans nicht herzustellen ist. Wenn jemand durch die eigene Erfahrung bestätigt, dass Camino tatsächlich ein Raum persönlicher Stärke sein kann, dann hört die ganze Geschichte auf, abstrakt zu sein, und wird real. In diesem Sinn war Prelog nicht nur Gastgeber eines Treffens, sondern ein Ort, an dem konkrete menschliche Schicksale und die Idee des gemeinsamen Weges zusammenkamen.
Im Programm wurde auch das Buch „Erinnere dich, wer du bist – 28 Tage Rückkehr zu dir selbst“ von Danijela Lončarić vorgestellt, das aus Camino-Erfahrungen und persönlicher Innenschau entstanden ist. Auch dieses Detail sagt viel über den Charakter des gesamten Treffens aus. Camino wurde in Prelog nicht nur als physische Route oder touristisches Produkt präsentiert, sondern auch als innerer Weg, als Prozess, in dem das äußere Gehen zu einer Möglichkeit wird, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen. Genau das ist einer der Gründe, warum Camino seit Langem Menschen anzieht, die vielleicht keine klassischen Pilger sind, aber nach Ruhe, Sinn und Abstand von einer beschleunigten Welt suchen.
Das Camino-Weekend in Međimurje fand vom 20. bis 22. März statt. Zu den organisierten Etappen gehörten die Strecken Prelog – Čakovec sowie Sveti Juraj na Bregu – Štrigova. Die Veranstaltung in Prelog war der Auftakt zu diesem gemeinsamen Pilger-Wochenende.
Was Camino eigentlich ist
Um zu verstehen, warum die Veranstaltung in Prelog eine solche symbolische Bedeutung hatte, muss man erklären, was Camino überhaupt ist. Camino de Santiago, also der Jakobsweg, ist ein Netz von Pilgerwegen, die nach Santiago de Compostela in Spanien führen, wo sich nach christlicher Überlieferung das Grab des heiligen Jakobus befindet. Die Tradition des Camino reicht tief ins Mittelalter zurück, und im Laufe der Jahrhunderte haben Millionen von Menschen diese Wege beschritten. Manche gingen aus religiösen Gründen, manche aus Dankbarkeit, manche als Buße, viele aber auch deshalb, weil sie auf diesem Weg nach einer Antwort, nach Ruhe oder nach neuer Lebensenergie suchten.
Heute ist Camino weit mehr als nur eine Pilgerreise im engen Sinn. Für manche bleibt er Ausdruck des Glaubens, für andere ist er eine persönliche Herausforderung, für wieder andere eine Möglichkeit, dem Alltag zu entkommen und einen einfachen Rhythmus aus Schritten, Stille und Begegnungen wiederzufinden. Gerade diese Vielfalt der Gründe, aus denen Menschen auf den Camino aufbrechen, hat diese Bewegung so stark und in ganz Europa so anziehend gemacht. Camino versammelt Gläubige, Freizeitsportler, Reisende, Menschen in Lebensumbrüchen und jene, die einfach zu Fuß durch einen Raum gehen möchten, der eine tiefere Bedeutung trägt.
In Kroatien entwickelt sich in den letzten Jahren im Rahmen des Projekts Camino Croatia ein Netz heimischer Camino-Routen, das alte und historisch begründete Pilgerwege erneuert. Nach den in Prelog genannten Informationen dauert die Erneuerung der Camino-Wege in Kroatien bereits rund sieben Jahre, und das heimische Netz umfasst mehr als zweitausend Kilometer verschiedener Etappen. Damit wurde auch Međimurje Teil einer größeren Geschichte, die lokale Gemeinschaften mit dem europäischen Erbe und einer modernen Form des Pilgerns verbindet.
Camino Međimurje als besondere Geschichte
Was Camino Međimurje besonders macht, ist die Verbindung von Landschaft, spirituellem Erbe und lokaler Gastfreundschaft. Nach den Berichten über das Treffen umfasst die Route in Međimurje mehrere Etappen und verbindet Orte wie Donja Dubrava, Prelog, Čakovec und Štrigova. Das organisierte Pilger-Wochenende hat zusätzlich gezeigt, wie stark eine solche Geschichte die lokale Gemeinschaft und ihre Gäste verbinden kann. Auf diesem Weg begegnen sich Naturschönheiten, sakrale Orte und Plätze, die regionale Identität tragen. Gerade deshalb hat diese Route das Potenzial, sowohl heimische Wanderer als auch Gäste anzuziehen, die den Norden Kroatiens in einem anderen, langsameren Rhythmus erleben möchten.
Doch die eigentliche Stärke von Camino Međimurje liegt nicht nur in Kilometern oder in der Karte der Strecke. Sie liegt in dem Eindruck, den dieser Weg hinterlässt. In einer Welt, in der der Tourismus oft laut auftritt, spricht Camino leise. In einer Zeit, in der alles an Geschwindigkeit gemessen wird, wird hier der Wert in der Langsamkeit entdeckt. Genau darin liegt für Međimurje eine besondere Chance. Diese Region muss niemanden übertönen, um wahrgenommen zu werden. Es reicht, wenn sie sich selbst treu bleibt – ihren Menschen, ihrer Natur und ihrem Rhythmus, der dem Menschen erlaubt, auch das zu sehen, was sonst unbemerkt vorbeizieht. Ein solcher Rahmen passt perfekt zur Philosophie des Camino, und genau das wollte die Veranstaltung in Prelog zeigen. Die Schlussfolgerung ist klar: Dieses Projekt kann weit mehr sein als nur ein Pilger-Wochenende, wenn es seine Authentizität und die menschliche Wärme bewahrt, über die dort so viel gesprochen wurde.
Deshalb war Prelog am vergangenen Wochenende mehr als nur Gastgeber einer Veranstaltung. Es war der Anfang eines Bildes von Međimurje, das die Organisatoren offenbar auch in Zukunft weiter aufbauen wollen: offen, inklusiv, mit der europäischen Tradition verbunden und zugleich fest in lokalen Menschen und Werten verankert. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft des gesamten Treffens. Camino ist nicht nur das Gehen zu einem Ziel. Camino ist eine Art, auf dem Weg anderen zu begegnen – und am Ende auch sich selbst wiederzufinden.
Zoran / TV Wien
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