Sicherheit statt nur Sonne und Meer: Warum Kroatien für viele Österreicher erste Wahl bleibt
Nähe, sauberes Meer und bekannte Urlaubsorte locken Gäste aus Österreich seit Jahren an die Adria. Immer wichtiger wird aber auch das Gefühl, sich frei bewegen zu können und im Ernstfall rasch Hilfe zu bekommen.
Urlauber entscheiden heute längst nicht mehr nur nach Strandfotos, Hotelpreisen oder Fahrzeit. Politische Stabilität, medizinische Versorgung, Verkehrssicherheit und funktionierende Einsatzkräfte spielen bei der Wahl des Reiseziels eine immer größere Rolle. Genau hier besitzt Kroatien einen Vorteil, der oft weniger sichtbar ist als Meer, Sonne und historische Altstädte, aber für viele Gäste entscheidend bleibt.
Kroatiens Innenminister Davor Božinović betont regelmäßig, dass sich ausländische Gäste im Land sicher fühlen und Kroatien auch deshalb als Urlaubsziel wählen. Diese Aussage ist mehr als eine politische Begleitbotschaft zum Saisonstart.
Sicherheit ist längst Teil des touristischen Angebots geworden. Sie entscheidet mit darüber, ob Familien ihren Urlaub entspannt verbringen, ob ältere Menschen auch abends durch einen Ferienort spazieren und ob Gäste ein Reiseziel ihren Freunden weiterempfehlen.
Das Meer bringt den Gast – Vertrauen bringt ihn zurück
Wer zum ersten Mal nach Kroatien reist, entscheidet sich vielleicht wegen Rovinj, einer Bucht auf Krk oder eines Campingplatzes am Kvarner für das Land. Wer seit zehn oder zwanzig Jahren zurückkehrt, tut das meist aus einem tieferen Grund.
Diese Gäste kennen die Strecke, wissen, was sie erwartet, haben ihren Lieblingsmarkt, ihre Unterkunft oder ihr Restaurant und vertrauen darauf, dass ihr Urlaub ohne größere Probleme verläuft.
Sicherheit bedeutet dabei weit mehr als Schutz vor Diebstahl oder Gewalt. Für eine Familie heißt sie auch: bewachte Strände, erreichbare Ärzte, funktionierende Notrufsysteme und klare Informationen. Für ältere Gäste bedeutet sie, im Ernstfall nicht allein zu sein. Für Autofahrer bedeutet sie zuverlässige Hilfe bei Pannen oder Unfällen.
Urlaub beginnt in dem Moment, in dem man aufhört, ständig darüber nachzudenken, was schiefgehen könnte.
Ausländische Polizisten an der Adria schaffen Vertrauen
Das Projekt „Sichere Tourismusdestination“ wird in Kroatien seit vielen Jahren umgesetzt. Besonders sichtbar sind dabei gemeinsame Streifen kroatischer und ausländischer Polizeikräfte in bekannten Urlaubsorten.
Die ausländischen Beamten ersetzen die kroatische Polizei nicht und verfügen nicht über eigenständige hoheitliche Befugnisse. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Kommunikation.
Sie helfen Urlaubern aus ihren Heimatländern, wenn Dokumente verloren gehen, ein Verkehrsunfall passiert, ein Kind vermisst wird oder eine Anzeige erstattet werden muss.
In Stresssituationen kann bereits die Möglichkeit, mit einem Beamten in der eigenen Sprache zu sprechen, den Unterschied machen. Sie schafft Orientierung und senkt die Hemmschwelle, sich an die Behörden zu wenden.
Sie arbeiten gemeinsam mit kroatischen Kollegen, unterstützen bei der Kommunikation mit Urlaubern, beteiligen sich an Präventionsmaßnahmen und erklären Abläufe. Polizeiliche Entscheidungen bleiben bei den kroatischen Behörden.
Sicherheit ist mehr als Polizei
Wer an Sicherheit im Urlaub denkt, sieht oft zuerst eine Polizeistreife auf der Promenade. Hinter diesem sichtbaren Teil steht jedoch ein deutlich breiteres System.
Die kroatische Bergrettung ist im Sommer auf Inseln, Wanderwegen, Bergen und schwer zugänglichen Stränden im Einsatz. Feuerwehren schützen Orte, Wälder, Campingplätze und Verkehrswege. Hafenbehörden und Seenotrettung helfen auf dem Wasser.
Hinzu kommen Rettungsdienste, Krankenhäuser, Zivilschutz, Straßenbetreiber, lokale Krisenstäbe und touristische Stellen, die über Unwetter, Waldbrände, gesperrte Straßen oder gefährliche Bedingungen auf See informieren.
Die meisten Urlauber werden diese Dienste nie benötigen. Trotzdem trägt allein ihre Verfügbarkeit zu dem Gefühl bei, dass im Ernstfall jemand zuständig ist.
Österreichische Gäste suchen Nähe und Verlässlichkeit
Für den österreichischen Markt ist Sicherheit besonders wichtig. Kroatien ist für viele kein klassisches Flugreiseziel, bei dem Gäste das Hotel kaum verlassen.
Ein großer Teil reist mit dem eigenen Auto an, besucht mehrere Orte, fährt mit der Fähre auf Inseln, übernachtet in Ferienwohnungen, Hotels oder auf Campingplätzen und bewegt sich selbstständig durch das Land.
Laut einer Untersuchung des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC zählt Kroatien 2026 erneut zu den beliebtesten ausländischen Urlaubszielen. Hinter Italien liegt das Land auf Platz zwei.
Sechzehn Prozent der Befragten gaben an, ihren Sommerurlaub in Kroatien verbringen zu wollen. Insgesamt planen 94 Prozent der Österreicher eine Sommerreise, 70 Prozent davon ins Ausland.
Nahezu sieben von zehn Reisenden wollen mit dem eigenen Auto fahren. Das macht gute Straßeninformationen, sichere Verkehrswege und rasche Hilfe unterwegs zu einem wesentlichen Teil des Reiseerlebnisses.
Istrien und der Kvarner bleiben besonders gefragt
Branimir Tončinić, Direktor der Kroatischen Zentrale für Tourismus in Österreich, verweist regelmäßig auf die enge Bindung österreichischer Gäste an Kroatien.
Bereits in den ersten fünf Monaten 2026 wurden mehr als eine Million Nächtigungen aus Österreich gezählt. Das entsprach einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders beliebt sind Istrien und die Kvarner-Region. Hotels und Campingplätze gehören zu den meistgewählten Unterkunftsarten.
Gerade diese Regionen zeigen, warum sich Nähe, Gewohnheit und Sicherheit gegenseitig verstärken. Gäste aus Wien, Graz, Kärnten oder der Steiermark können mit dem Auto anreisen, kennen die Infrastruktur und finden Personal, das an internationale Besucher gewöhnt ist.
Für viele Familien ist Kroatien dadurch längst kein unbekanntes Auslandsziel mehr, sondern ein vertrauter Teil ihrer Sommerplanung.
Der Erfolg beginnt nicht erst im Juli
In den ersten fünf Monaten 2026 registrierte Kroatien rund 4,5 Millionen Ankünfte und mehr als 14 Millionen Nächtigungen.
Die Zahl der Ankünfte lag damit fünf Prozent über dem Vorjahreswert, die Zahl der Nächtigungen sieben Prozent höher. An der Adriaküste wurden 12,2 Millionen Nächtigungen gezählt, acht Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025.
Diese Entwicklung zeigt, dass Kroatien nicht nur während der Hochsaison gefragt ist. Gerade ältere Paare, Aktivurlauber, Camper und Gäste ohne schulpflichtige Kinder reisen im Frühling und Frühsommer.
Für diese Gruppen zählen Ruhe, gute medizinische Versorgung und verlässliche Infrastruktur häufig stärker als Unterhaltung oder Nachtleben.
Die erste Entscheidung
Landschaft, Meer, Preis und Entfernung bewegen Gäste zur ersten Buchung.
Das Urlaubserlebnis
Sauberkeit, Gastfreundschaft, ruhige Abläufe und erreichbare Hilfe schaffen Vertrauen.
Die Rückkehr
Gäste kommen wieder, wenn sie wissen, was sie erwartet und ihre Familie sich sicher fühlt.
Eine sichere Destination ist keine risikofreie Destination
Auch in Kroatien gibt es Verkehrsunfälle, Diebstähle, Brände, Wettergefahren und einzelne Gewalttaten. Kein Urlaubsort der Welt ist vollständig risikofrei.
Entscheidend ist, wie offen über Gefahren informiert wird, wie schnell Behörden reagieren und ob Betroffene Unterstützung erhalten.
Vertrauen entsteht nicht dadurch, Probleme zu verschweigen. Es entsteht durch klare Warnungen, gute Prävention und das Gefühl, dass eine Meldung ernst genommen wird.
Gemeinsame Polizeistreifen, Rettungsdienste und mehrsprachige Informationen sind deshalb nicht nur organisatorische Maßnahmen. Sie sind Teil der internationalen Reputation Kroatiens.
Die beste Werbung bleibt ein Gast, der zurückkommt
Werbekampagnen können Strände, Altstädte und Nationalparks zeigen. Sie können aber nicht ersetzen, was ein zufriedener Gast nach der Heimreise erzählt.
Eine Familie, die sich sicher gefühlt hat, wird Kroatien eher weiterempfehlen. Ein älteres Paar, das am Abend ohne Sorge durch den Ort spazieren konnte, kommt wahrscheinlicher zurück.
Ein Camper, dem nach einer Panne rasch geholfen wurde, erinnert sich nicht nur an den Defekt, sondern auch daran, dass das System funktioniert hat.
Genau darin liegt der langfristige wirtschaftliche Wert von Sicherheit: Sie verlängert Aufenthalte, stärkt Empfehlungen und bindet Gäste über viele Jahre.
Kroatien kann und sollte nicht ausschließlich über den Preis konkurrieren. Irgendwo wird es immer ein billigeres Apartment, ein günstigeres Menü oder ein preiswerteres Pauschalangebot geben.
Was Kroatien österreichischen Gästen bieten kann, ist Vertrauen: kurze Anreise, vertraute Umgebung, sauberes Meer, funktionierende Infrastruktur und das Wissen, im Ernstfall nicht allein zu sein.
Genau dieses Vertrauen muss in jeder Saison neu bestätigt werden.
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