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Venedig gegen Influencer: Wie „billige Gondeln“ die Einwohner verärgern

Nachdem Influencer in sozialen Medien günstige Fährfahrten mit der Gondel enthüllt haben, leiden die Einwohner Venedigs. Die Stadt plant Preiserhöhungen und neue Maßnahmen gegen den Massentourismus.

 

Venedig am Limit

Die Bewohner Venedigs sind erneut verärgert – diesmal wegen sozialer Medien und viraler Tipps von Influencern. An den vier Überfahrten über den Canal Grande, den sogenannten Traghetti, sind die Warteschlangen so lang wie nie zuvor. Grund: Influencer haben verraten, wie man für nur 2 Euro – statt der üblichen 80 Euro – mit einer Gondel fahren kann.

Diese großen Gondeln, ursprünglich für Einheimische gedacht, sind nun ein Touristen-Hit. Der lokale Künstler Andrea Morucchio sagte gegenüber The Times:

„Dank Influencern und Bloggern sind die Traghetti zu einer der beliebtesten Aktivitäten in Venedig geworden – und die Venezianer leiden darunter.“


Selfies günstiger als Pizza

Obwohl die Traghetti seit Jahrzehnten in Reiseführern als praktische Möglichkeit zum Überqueren des Kanals empfohlen werden, hat Instagram & TikTok ihre Beliebtheit explodieren lassen. Besonders Alleinreisende nutzen sie, um eine „Gondelerfahrung“ zu haben, ohne das Budget zu sprengen.

Tourismusstadtrat Simone Venturini bestätigte, dass die Stadt eine Preiserhöhung für Touristen erwägt. Die zusätzlichen Einnahmen sollen in neue Fährverbindungen investiert werden.

„Die Erhöhung ist gerechtfertigt, weil Touristen diesen Service als Ersatz für eine Gondelfahrt nutzen“, so Venturini.


Erinnerung an Corona – klare Kanäle 2020

Während der Corona-Pandemie zeigte sich die paradoxe Realität Venedigs. Im Frühjahr 2020, als die Grenzen geschlossen waren, erlebte die Stadt zum ersten Mal seit Jahrzehnten völlige Ruhe. Die Kanäle waren klar, Fische und Quallen kehrten zurück, die Luft war sauber.

Einwohner berichteten, dass man „zum ersten Mal seit Langem seine eigenen Gedanken hören konnte“. Wirtschaftlich war es jedoch hart – der Tourismus macht über 70 % der venezianischen Wirtschaft aus, und der Stillstand traf Tausende Existenzen.


Overtourism – die ständige Bedrohung

Um den Besucherandrang zu regulieren, wurde Venedig letztes Jahr die erste Stadt der Welt, die eine Eintrittsgebühr für Tagesgäste einführte. Die Gebühr von 5 bis 10 Euro wurde testweise zwischen April und Juli erhoben. Wer weniger als vier Tage im Voraus buchte, zahlte mehr.

Trotzdem halten lokale Unternehmer die Maßnahmen für unzureichend – einige forderten sogar eine Eintrittsgebühr von 100 Euro.
Setrak Tokatzian, Präsident des Anwohnervereins am Markusplatz, warnte:

„Wir erleben eine Explosion des Massentourismus – Menschen irren umher, kaufen nichts und wissen oft nicht, wo sie sind. Die Stadt steht vor dem Kollaps.“


Venedig steckt in einem Dilemma: wirtschaftlich abhängig vom Tourismus, aber körperlich und sozial von ihm überlastet. Ob Preiserhöhungen und Eintrittsgelder ausreichen oder drastischere Maßnahmen nötig sind, wird sich zeigen.

Zoran / TV Wien


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By Zoran

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